Pullover

Ein besonderer Herrenpullover aus gefachtem Modalgarn

Ja, ich weiß, ich bin ganz schön im Rückstand mit dem Strickbloggen. Es ist nämlich nicht so, als hätte ich in der ganzen Zeit, in der kaum Beiträge erschienen sind, nichts fertigbekommen – ganz im Gegenteil. Je mehr Arbeit ich habe, desto mehr hilft mir das Stricken (beim Lesen oder Netflixen 😉 ) dabei zu entspannen. Aber da ich in den vergangenen Monaten neben meiner normalen Arbeit auch noch ein Buch in meinem beruflichen Fachgebiet geschrieben habe, war ich froh, wenn ich mal nicht am Rechner gesessen und geschrieben habe. Deswegen warten etliche Tücher und Oberteile noch darauf fotografiert zu werden, und auch die Anleitungen dazu muss ich noch von meinen Notizen in Text übertragen. Aber diesen Pullover hier habe ich jetzt schnell mal verbloggt, denn er ist in mehrerer Hinsicht besonders.

Nur sechs (6!) Fäden zu vernähen

Jetzt aber zunächst einmal dazu, warum dieser Pullover so besonders ist: Mein Mann hatte sich nämlich einen Pullover in Tweed-Optik gewünscht. Es sollte aber keine Wolle enthalten sein. Ganz schön schwierig, denn die typische Tweed-Optik entsteht ja beim Verspinnen der Schafwolle. Bis ich darauf kam, dass man ja aus gefachtem Garn, aus dem üblicherweise Farbverlaufswolle gewickelt wird, auch einen durchgehenden Verlauf herstellen kann. Natürlich ergibt das keine Tweed-Textur, aber die Optik ist, finde ich, schon ziemlich ähnlich.

Wir haben übrigens beim Stricken entschieden, die linke Seite zu nehmen. Die fanden wir beide noch schöner als die glatt rechte. … und man muss sich ja entscheiden, von welcher Seite man die Ärmelmaschen unter dem Arm aufnimmt. Bis auf die Unterarmnaht wäre der Pullover von beiden Seiten tragbar.

Das Modalgarn  von Monk-Wolle liebe ich und habe schon viele Sachen daraus gestrickt. Einige davon habe ich bereits hier verbloggt, die anderen muss ich noch … (siehe oben 😉 ). Also habe ich mit der stets hilfsbereiten und supernetten Aleks von Monk-Wolle per Messenger konferiert, bis wir die richtige Farbkombi zusammengestellt hatten. Unten auf dem Foto siehst du die Konen auf einem Foto von Aleks. Das wirklich Coole ist, dass das Garn auf einem einzigen riesigen Bobbel kam. Das bedeutet: Es waren genau sechs Fäden zu vernähen: Anfangs und Endfaden an Hals beziehungsweise Rumpf und Anfangs- und Endfarben an den Ärmeln. Wer wie ich supergerne strickt, aber überhaupt nicht gerne Fäden vernäht, weiß was das bedeutet.

Hier hat sich aber auch einmal mehr gezeigt, wie gut und sorgfältig Aleks beim Wickeln arbeitet: Auf mehr als anderthalb Kilometern fünffädigem Faden gab es nicht eine einzige Schlaufe und nicht einen einzigen Knoten! Unglaublich.

Die Anleitung für diesen Pullover

Die Anleitung ist keine eigene von mir, sondern der sehr schöne „Linderhof“ von Regina Moessmer, den ich nicht zum ersten Mal stricke. Er wird in einem Stück von oben nach unten gestrickt. Wenn dich die Anleitung interessiert, findest du sie unter diesem Namen bei Ravelry. Abwandlung: Ich beginne mit einem einfachen Halsbündchen in Rippen. Auch die Maße sind individuell. Sie entsprechen in etwa der Herren-Konfektionsgröße 52/54.

Ich habe mich bei der Anleitung an der Größe XL orientiert.

Maschenprobe

Meine Maschenprobe betrug ca. 23 Maschen und 30 Reihen auf 10 x 10 cm (glatt rechts bzw. glatt links mit Nadelstärke 3,5).

Material und Garnmenge

Das Material ist ein Mischgarn aus 46% Modal / 40% Polyacryl / 14% Polyamid (gefacht), fünffädig gewickelt. Als Farben (siehe Foto oben) habe ich die folgenden ausgewählt: 2 x hellgrau, 1x wollweiss, 1x zinn, 1x anthrazit – durchgehend, ohne Verlauf.

 

Vorsichtshalber habe ich 1.700 Meter bestellt. Verarbeitet habe ich davon knapp 520 Gramm. Das sind etwa 1450 Meter. Aus dem Rest – etwa 250 Meter – mache ich vielleicht nochmal eine Mütze oder einen kleinen Cowl.

Werkzeug

Maße (ca.)

 

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