Tuch

Art Yarn plus Flamé-Wolle: Das schönste Tuch, das ich je gestrickt habe

Tuch/Cape von vorne

Kennt ihr das, wenn man sich in ein Garn verliebt, im ersten Moment noch gar nicht weiß was daraus werden soll – und dann erscheint das fertige Stück wie von selbst vor dem geistigen Auge? So war es bei mir mit einem Art Yarn, das ich auf einem Handwerkermarkt entdeckt habe. Es stand sozusagen mein Name darauf, und kurz darauf wusste ich, dass ich dazu ein unregelmäßiges, wie von Hand gesponnenes weißes Flamégarn brauche, um ein Tuch mit Umrandung zu machen. Momentan finde ich: Es ist das schönste Tuch, das ich jemals gestrickt habe. Da es aus reiner Schurwolle ist, temperiert es wunderbar und eignet sich auch für das Draußensitzen in langen Sommernächsten. Dass es mir auch im Winter gute Dienste leisten wird, daran habe ich gar keinen Zweifel.

Das Art Yarn

Dieses Art Yarn aus Wolle und Seide mit etwas Glitzer (71 g, knapp 25 m) kann man leider nicht online finden oder kaufen, weil Elke, die Spinnerin, die auch viele andere wunderschöne Sachen macht, keine Website hat. Wer sich für ihre Arbeit interessiert: Sie lebt im Raum Bonn und hat mir erlaubt, ihre Telefonnummer und E-Mail-Adresse auf Anfrage weiterzugeben. Melde dich also bei mir, wenn du Kontakt zu ihr aufnehmen möchtest.

Das Grundgarn für das Tuch

Nach einigem Suchen habe ich dazu die ökologische Schurwolle Semilla Flamé von BC Garn gefunden. Sie ist wunderbar weich und kratzt selbst auf meiner empfindlichen Haut nicht. Verbraucht habe ich davon knapp 9 Knäuel, verstrickt mit einer Rundnadel, Stärke 6,0 mm [Amazon-Werbelink*]. Nachdem meine vorigen Projekte alle aus einigermaßen dünnem Garn mit entsprechend feinen Nadeln waren, ging das geradezu rasend schnell.

Tuch/Cape mit Art-Yarn-Umrandung, Detail

Anleitung und Maße

Als das Tuch, das schon eher ein Cape ist, habe ich nach der kostenlosen Anleitung „Hamburg Calling“ gestrickt, den ich mittlerweile schon ein paarmal mit ganz verschiedenen Garnen gemacht habe. Es ist in der hinteren Mitte ungefähr 62 cm tief. Der äußere Rand misst 95 cm an jedem der drei Segmente. Die Spannweite am oberen Rand beträgt rund 170 cm.

i-Cord-Rand und Umrandung

Abweichend von der Anleitung habe ich auf die Rüsche zum Abschluss verzichtet.Abgekettet habe mit dem i-Cord (wenn du auf YouTube nach dem Stichwort suchst, findest du zahlreiche Anleitungen). Das fertige Tuch habe ich rundherum mit einer Häkelnadel Stärke 5,0 [Amazon-Werbelink*] mit halben Stäbchen, zwischen denen jeweils eine Luftmasche ist, umhäkelt und dafür unten in jede zweite Masche des i-Cord gestochen, ebenso am oberen Rand in jede zweite Masche und an den Seiten in ca. jede zweite Reihe.

Umrandung Tuch mit Art Yarn

Danach habe ich das Art Yarn oben auf das entstandene Filetmuster in nicht zu festen Kettmaschen  aufgehäkelt, und zwar mit einer Häkelnadel Stärke 7,0 [Amazon-Werbelink*] . Dabei musste ich streckenweise etwas von Hand nachhelfen, um die unregelmäßigen Bommel nach oben durchzuziehen und richtig zu platzieren. Aber es darf ja auch ruhig etwas unregelmäßig aussehen.

Fertigstellung

Dann habe ich noch alle Fäden vernäht und auch die Enden des Art Yarns befestigt – fertig war mein superweiches, wunderschönes Traumtuch, das schon jetzt eines meiner absoluten Lieblingsstücke ist. Übrigens habe ich das Art Yarn vor dem Aufhäkeln vorsichtig als Strang von Hand gewaschen und das fertige Tuch ebenfalls separat durchgewaschen. So bin ich sicher, dass auch die fertige Arbeit handwaschbar ist, was ja aber bei naturbelassener Schurwolle gar nicht so oft erforderlich ist.

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